Kinderkrankheiten
Eine Erkrankung ist für jedes Kind normal und unvermeidlich. Immunologisch betrachtet scheinen Krankheiten für Ihr Kind sogar notwendig zu sein. Denn mit jeder Krankheit entwickelt sich auch das kindliche Immunsystem. Aber auch auf seelischem Gebiet können Kinderkrankheiten zur Entwicklung beitragen.
Wenn Sie Ihr Kind gut pflegen und ihm ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln können, wird es lernen, besser mit Krisen umzugehen.
Bei den "klassischen" Kinderkrankheiten sind in der Regel Haut, Schleimhäute oder Atemwege betroffen.
Eine begleitende Therapie mit homöopathische Mitteln oder Heilkräuter bieten sich unter Umständen an. Fragen Sie hierzu Ihren Kinderarzt, um eventuelle Allergien auszuschließen.
An dieser Stelle wollen wir Ihnen einen kurzen Überblick über die klassischen Kinderkrankheiten vermitteln und woran Sie sie erkennen:
Masern
Masern sind eine Infektionskrankheit, die durch Viren (Myxoviren) hervorgerufen wird, und sehr ansteckend ist. Am häufigsten erkranken Kinder im Grundschulalter, Säuglinge haben noch einen Nestschutz, also eine Leihimmunität, die sie vor der Erkrankung schützt. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch über die Atemwege und die Augenschleimhaut.
Mumps
Mumps wird im Volksmund auch Ziegenpeter genannt. Bei dieser Virusinfektion kommt es nach einer dreiwöchigen Inkubationszeit zu Fieber und einer Schwellung der Ohrspeicheldrüse, die Kau- und Schluckbeschwerde nach sich ziehen kann.
Das Gesicht des kleinen Patienten kann durch die Schwellung regelrecht verzerrt erscheinen, es kommt zu einer "dicken Backe". Nach wenigen Tagen kann auch die zweite Gesichtshälfte anschwellen. Mögliche Komplikationen bestehen in Form einer Hirnhautentzündung oder einem bleibenden Innenohrschaden.
Röteln
Röteln verursachen einen feinfleckigen Ausschlag, der meist hinter den Ohren beginnt. Es kommt zu Drüsenschwellungen am Hals, einer kurzen Fieberzeit und leichten Erkältungsbeschwerden. Die Krankheit dauert ca. um zehn Tage an, die Ansteckungsgefahr ist dann vorbei. Manchmal verlaufen Röteln auch völlig unentdeckt.
Röteln gehören zu den harmloseren Kinderkrankheiten, allerdings können Röteln, wenn sie bei einer erwachsenen Frau in den ersten Schwangerschaftswochen auftreten, zu Missbildungen des Embryos führen. Wenn junge Frauen also in ihrer Kindheit keine Röteln hatten, empfiehlt sich eine Schutzimpfung.
Windpocken
Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit können bis zu vier Wochen vergehen. Kleine, rot umränderte Wasserbläschen treten auf, die zwar harmlos sind, aber einen unangenehmen Juckreiz verursachen. Werden die Bläschen aufgekratzt, kann dies zu bleibenden Narben führen. Fieber tritt selten auf.
Scharlach
Nicht alle Kinder, die sich infizieren, erkranken auch an Scharlach. Schluckbeschwerden, plötzliches hohes Fieber Fieber, hochroter Gaumen und Mandeln sowie ein fleckiger roter Ausschlag Ausschlag sind Symptome dieser Krankheit. Eine weißlich belegte Zunge, die sich später rosarot verfärbt, ist eindeutiges Indiz für Scharlach. Auch bei Scharlach kann es zu Komplikationen in Form von chronischen Nierenentzündungen, Entzündungen des Herzmuskels oder rheumatischen Gelenkbeschwerden kommen. Scharlach ist eine meldepflichtige Erkrankung; jedes an Scharlach erkrankte Kind bedarf ärztlicher Behandlung.
Kinderlähmung
Die Kinderlähmung wird durch Poliomyelitisviren verursacht. Die Infektion erfolgt über Tröpfchen oder Schmierinfektion (Ausscheidungen) von Mensch zu Mensch, Eintrittspforten für die Viren sind Mund und Rachenraum. Die Inkubationszeit beträgt 10-14 Tage, meist erkranken Kleinkinder, aber auch größere Kinder und Erwachsene können betroffen sein.
